Esbl Keim – Informationen sowie Definition zu dieser Infektion

ESBL KeimEine ESBL-Infektion bezeichnet eine Erkrankung, die zahlreiche resistente Erreger aufweist. Bestimmte Krankheitserreger, die üblicherweise im Darmtrakt des Menschen leben, besitzen die Fähigkeit, gegen verschiedene Gruppen von Antibiotika wie z. B. Penicilline gewisse Resistenzen zu entwickeln. Obgleich ein Antibiotikum bei der Behandlung der meisten Infektionen überaus wirkungsvoll ist, gibt es einige Darmbakterien, die gewisse Abwehrmechanismen dagegen entwickelt haben. In weiterer Folge können die Betroffenen nicht mehr erfolgreich mit einem solchen Antibiotikum behandelt werden. Dem ESBL Keim ist dann Tür und Tor geöffnet. Diese widerstandsfähigen Bakterien werden ESBL genannt.

Definition ESBL Keim

Die Abkürzung ESBL steht für “Extended Spectrum Beta Latmasa” – das sind Bakterien, die vorwiegend den menschlichen Organismus beeinträchtigen. Mittlerweile verfügt der ESBL Keim über eine erweiterte Resistenz gegenüber bestimmten Anzahl an Antibiotika. Bei solchen ESBL-Infektionen ist es charakteristisch, dass sie im ersten Anschein nicht auf eine infektiöse Erkrankung hinweisen. Somit hat der Arzt oftmals eine erschwerte Situation bei der Diagnoseerstellung.

In erster Linie ist das Darmsystem des Menschen durch eine ESBL-Infektion betroffen. Die Bakterien sorgen in einem solchen Fall für eine Veränderung von dem Beta Laktamasa Enzym – somit hilft auch eine Behandlung mit Antibiotika nicht, da die Wirkung automatisch unterbrochen wird. Im Folgenden führt die ESBL-Infektion zu einem Widerstand gegenüber den eingesetzten Antibiotika. Deshalb kann die Infektion mittels Antibiotika auch nicht behandelt werden. Allerdings ist es nicht ein Keim, der eine bestimmte Krankheit auslöst, sondern eine bestimmte Eigenschaft von Bakterien und es sind bis heute ungefähr 150 ESBL-bildende Bakterien bekannt.

Ursachen für solch einer Infektion

Esbl KeimDie Hauptursache für die Entstehung multiresistenter Bakterien wie dem ESBL Keim sind der unbedachte und zu häufige Einsatz von Antibiotika und unzureichende Hygiene. Der Nachweis dieser Krankheit ist überaus aufwendig und nimmt mehrere Tage in Anspruch. Die Übertragung des Keims erfolgt meist über kontaminierte Hände. Gefahr droht vor allem bei Harnwegs- und Hautinfektionen sowie bei Blutvergiftung. Experten schätzen die Zahl der Infektionen durch multiresistente Erreger in Deutschland auf mindestens 400.000, die der Todesfälle auf etwa 10.000 pro Jahr. Besonders bei den ESBL-bildenden Darmbakterien ist die Zunahme besorgniserregend. Denn für diese Erreger gibt es in naher Zukunft keine neuen Antibiotika. Manche der bekannten Darmbakterien sind bereits gegen alle bekannten Antibiotika resistent.

Die sogenannten “grampositiven Entero-Bakterien”, die in jedem gesunden Darm angesiedelt sind, sind auch gleichzeitig der Erreger für die ESBL-Infektion. Der Mensch ist diesen Erregern durch die Umwelt ausgesetzt; sie tragen auch zur Funktionsfähigkeit der menschlichen Darmflora bei. Kommt es aber zu einer Beeinträchtigung der Erbinformation der Entero-Bakterien, so ist eine Infektion möglich.

Die Ursachen sind in der Praxis unterschiedlich, jedoch liegt es in erster Linie an genetisch veränderten Keimen, welche die gefürchtete Infektion hervorrufen. Überwiegend sind Menschen betroffen, die bereits über ein geschwächtes Immunsystem verfügen. Die Risikogruppen sind vor allem ältere Menschen, bereits erkrankte Personen oder auch kleine Kinder. Besonders häufig tritt die ESBL-Infektion in Krankenhäusern oder auch Pflegeeinrichtungen auf. Die Übertragung des ESBL Keims erfolgt auch über Fäkalien. Gesunde Erwachsene sind üblicherweise von einer ESBL-Infektion nicht betroffen bzw. stellen keine Risikogruppe dar.

Typische Symptome bei diesem Erscheinungsbild

Das Problem bei einer ESBL-Infektion ist, dass eine solche an unterschiedlichen Orten des menschlichen Körpers auftritt. Das bedeutet, dass es in der Praxis leider keine typischen Symptome gibt. Selbst die Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich. Es gibt allerdings abhängig vom Ort der Infektion bekannte und ähnliche Beschwerdemuster.

Besteht der Verdacht, dass ein Patient von dieser Krankheit betroffen ist, sollte dieser so rasch wie möglich einen Arzt kontaktieren. Der Verlauf kann nämlich unangenehme Folgen haben. So gibt es z.B. ESBL-Infektionen in den Harnwegen, welche nicht zu therapieren sind. Oftmals klagen Patienten auch über nur sehr schlecht heilende Wunden, selbst eine Lungenentzündung ist möglich. Ein klassisches Symptom einer ESBL-Infektion sind braune Wundränder mit Eiterbildung bei nur schlecht heilenden Wunden. Vor allem tritt aus den offenen Wunden ein typischer “Verwesungsgeruch” auf , ein weiteres klassisches Symptom einer Infektion. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass umgehend ein Arzt konsultiert wird.

Diagnose und Verlauf bei einer Infektion

Hygiene InfektionEine eindeutige und umfassende Diagnose einer ESBL-Infektion kann erst nach einer genauen und umfassenden labortechnischen Untersuchung des Patienten erfolgen. Dabei werden sowohl Proben der Ausscheidungen als auch Abstriche von den Schleimhäute des Betroffenen sowie von allfälligen Wunden genommen. Diese werden dann auf vorhandene ESBL Keime untersucht. Auch auf mikrobiologischer Ebene zeigt sich in der Auswertung der Ergebnisse das Vorhandensein der Entero-Bakterien für eine ESBL-Infektion.

Bei den Betroffenen wirkt sich das Krankheitsbild insofern aus, dass die Keime in der Schleimhaut des Dickdarms sowie den Harn- und Atemwegen vermehrt vorhanden sind und dort zu krankhaften Symptomen führen. Bei einer solchen ESBL-Infektion halten sich viele Entero-Bakterien am Eingang der Harnröhre auf. Als besonders problematisch in diesem Zusammenhang stellt sich der Verlauf der ESBL-Infektion bei beatmeten und pflegebedürftigen Patienten dar. Bei diesen können die Erreger der ESBL-Infektion nämlich zu Erkrankungen auch anderer Organe beitragen.

Die Behandlung des ESBL Keim

Die Behandlung einer ESBL-Infektion ist in der Praxis nur eingeschränkt möglich, weil die Betroffenen am häufigsten in entsprechenden Einrichtungen Pflegeeinrichtungen erkranken. Die resistenten ESBL Keime, die bei einer Infektion gegen zahlreiche antibiotische Medikamente widerstandsfähig sind, können leider mit nur wenigen Antibiotika behandelt werden.
In weiterer Folge geht es bei der Behandlung einer ESBL-Infektion in erster Linie ebenfalls um die Behandlung von Folgeerkrankungen. Zur Behandlung einer Infektion müssen die bildenden Bakterien zur Gänze aus dem menschlichen Organismus entfernt werden. Dies ist im Falle einer Infektion in der Praxis kaum zu bewerkstelligen, da kaum entsprechende Antibiotika zur Verfügung stehen.

Vorbeugung von ESBL Infektionen

Eine Vorbeugung gegen die Infektion mit ESBL Keimen ist durchaus möglich. Vor allem liegt es in diesem Zusammenhang an einer umfassenden hygienischen oder auch desinfektionsbezogenen Maßnahme. Auch die sterilisationsbezogene Maßnahme ist erforderlich, sodass die größte Vorbeugung darin besteht, die hygienischen Maßnahmen deutlich zu erhöhen. Vor allem die erhöhte Hygiene sorgt dafür, dass vorwiegend geschwächte Personen gegen die ESBL-Infektion entsprechend geschützt sind.

Rezeptfreie Medikamente gegen Infektionskrankheiten

Rezeptfreie Medikamente gegen den ESBL-Keim sind so gut wie gar nicht vorhanden. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, auf eine entsprechende Hygiene zu achten.

  • Sterillium Lösung: Eine wirksame Lösung zum Einreiben zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Sie ist überaus wirksam gegen Bakterien, Hefepilze und sogenannte “behüllte Viren”. Sie verfügt über eine sehr gute Hautverträglichkeit, auch bei längerem Gebrauch ist die Lösung außerordentlich gut verträglich.
  • Sagrotan: Eine Sprühdesinfektion, sie wirkt schnell und zuverlässig gegen Bakterien Die Sprühdesinfektion trocknet nach dem Aufsprühen sehr schnell an und ist gegenüber Bakterien und Pilzen bereits nach fünf Minuten wirksam. Geeignet zur Desinfektion der Haut, besonders der Füße, geeignet auch bei der Möglichkeit von Pilzinfektionen und zur Desinfektion von Gegenständen und Flächen.
  • Softasept: Eine alkoholische Lösung zum Aufsprühen auf die Haut. Die gebrauchsfertige, alkoholische Lösung wirkt gegen Bakterien, inkl. TbB, Pilze, Polioviren, lipophile Viren einschließlich HIV und HBV und Rotaviren. Die Wirkung tritt in praxisgerechter Einwirkzeit von nur 15 Sekunden ein. Die Lösung trocknet schnell und ist sowohl als farblose als auch als gefärbte Variante erhältlich.

Bücher über ESBL-Infektion

Auf jeden Fall ist es zu empfehlen, sich entsprechend über den ESBL Keim und damit zusammenhängende Tatsachen entsprechend zu informieren. Einige Bücher haben sich diesbezüglich als sehr empfehlenswert erwiesen.

  • Stark – unser Immunsystem: Das Pflegepersonal muss darauf Acht geben, dass alle erforderlichen hygienischen Maßnahmen eingeleitet, damit die Patienten nicht an der ESBL-Infektion erkranken. Für gesunde Personen liegt allerdings kein Grund vor, erhöhte Maßnahmen im Bereich Hygiene zu setzen. Die einzige Ausnahme liegt bei einem Besuch von erkrankten oder geschwächten Personen vor, die im Spital oder Pflegeheim betreut werden. Wenn die alljährliche Grippewelle sich ankündigt, muss das menschliche Immunsystem Schwerstarbeit leisten. Eine Unzahl von Viren und Bakterien haben es auf Atemwege und den Magen-Darm-Trakt abgesehen. Häufig gelingt es ihnen, die Barrieren die Immunabwehr des menschlichen Körpers erfolgreich zu überwinden. Dieser Ratgeber klärt einfach darüber auf, wie das Immunsystem funktioniert, wie die persönlichen Abwehrkräfte erfolgreich gestärkt werden können und worauf man in der kalten Jahreszeit zusätzlich achten muss. Neben alten und vielfach bewährten Hausmitteln wie zum Beispiel Kneippbädern werden neue medizinische Wege mit Nahrungsmittelergänzungsmitteln und der Stärkung der Darmflora eingehend erläutert.
  • Krank durch das Krankenhaus: Leider eine Tatsache – aggressive Krankenhauskeime bedrohen das Leben von Tausenden von Menschen. MRSA (Multiresistenter Staphylococcus Aureus ) stellt heutzutage die intensivste Gesundheitsgefährdung für Patienten in Deutschland und Europa dar. Gegen diesen und andere multiresistente Erreger wirken leider keine Antibiotika mehr. Dadurch können besonders im Krankenhaus gefährliche Infektionen entstehen, vor allem Lungenentzündungen und Blutvergiftungen. Es gibt vorsichtigen Schätzungen zufolge etwa 500.000 – eine Million Infizierte pro Jahr in deutschen Kliniken und leider auch etwa 20.000 Todesfälle. Jeder kann davon betroffen sein. Der Autor beschreibt in diesem Buch einerseits die Ursachen von MRSA und andererseits auch die verschiedenen Maßnahmen, die erforderlich sind, um gegen den multiresistenten Erreger vorzugehen.
  • Bakterien rüsten auf: EHEC & MRSA: Ein bemerkenswertes Buch; hochaktuell und überaus informativ. Der Autorerklärt die Hintergründe der EHEC und MRSA Epidemien. Man lernt erstaunliches, z.B. dass das EHEC zu Grunde liegende harmlose Darmbakterium Escherichia Coli schon sehr lange auf der Erde vorhanden ist und ein vielfaches länger in den Gedärmen von Dinosauriern als denen von Menschen hauste. Auch über MRSA, ein Bakterium mit dem eine erschreckend hohe Anzahl von Patienten in Kliniken konfrontiert wird, erfährt der Leser einiges. Vor allem wie sich dieser anfangs relativ harmlose Keim zu so einem gefährlichen Dauerbewohner in vielen Krankenhäusern entwickeln konnte.

Weitere Infos zur Infektion

Wer bekommt eigentlich ESBL-Infektionen? Diese Krankheitsbilder entwickeln sich besonders häufig bei Krankenhauspatienten, deren Immunsystem durch ihre Grunderkrankung bereits deutlich beeinträchtigt ist. ESBL ist behandelbar, obwohl ESBL Keime gegen viele Antibiotika bereits resistent sind und ESBL-Infektionen daher häufig nur schwer zu behandeln sind. Es gibt einige wenige Antibiotika, die erfolgreich bei der Behandlung von ESBL-Infektionen eingesetzt werden können. Besiedelte ESBL-Patienten benötigen in der Regel keine spezielle Antibiotika-Therapie.

Die Infektionskrankheit kann auch auf andere Patienten übertragen werden. Sie kann sich relativ ausbreiten, insbesondere auf sehr kranke Patienten, deren Immunsystem nicht in der Lage ist, die Erreger erfolgreich zu bekämpfen. ESBL wird fast immer durch körperlichen Kontakt, z. B. über die Hände und nicht durch die Luft auf andere Patienten übertragen. Wenn bei einem Patienten ESBL nachgewiesen wird, ist die Vorgehensweise von Krankenhaus zu Krankenhaus etwas unterschiedlich. Folgende Schritte werden dabei unternommen:

  • Nach Möglichkeit wird der Patient in ein Einzelzimmer verlegt. Eine eigene Toilette ist ebenfalls unbedingt erforderlich.
  • Der Patient sollte das Behandlungszimmer nur kurz verlassen, vor Verlassen des Raumes ist unbedingt eine gründliche Händewaschung nötig.
  • Das gesamte medizinische Personal desinfiziert sich vor Betreten des Zimmers die Hände und legt Handschuhe sowie einen Schutzkittel an. Vor dem Verlassen des Raumes werden Handschuhe und Kittel abgelegt, anschließend ist eine Desinfektion der Hände durchzuführen.
  • Zusätzlich werden in bestimmten Abständen bei dem Patienten Abstriche der Körperstellen vorgenommen, um zu überprüfen, ob ESBL noch vorhanden ist.

Die hier gemachten Informationen ersetzen nicht die Betreuung, Beratung oder Versorgung durch Ärzte. Dieses Portal stellt die Informationen unverbindlich für interessierte bereit und beruht dem aktuellen Wissensstand. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit wird jede Haftung ausgeschlossen. Bei akuten Symptomen informieren sie ihren Hausarzt oder dessen Vertreter. In lebensbedrohlichen Situationen verständigen sie unverzüglich den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112.